Dienstag, 29. Juni 2021

BMVI unterzeichnet Memorandum zur Zusammenarbeit mit den deutschen Urban Air Mobility Regionen

Deutschland wird Leitmarkt für Drohneninnovationen

 

Drohnen transportieren schnell und effizient lebenswichtiges medizinisches Equipment und Laborproben. Sie versorgen schwer erreichbare und ländliche Regionen. Sie unterstützen bei Rettungseinsätzen und vereinfachen die Inspektion von Infrastrukturen. In der Logistik verkürzen sie die Transportdauer und schaffen neue Angebote für Zubringer und auf der letzten Meile. Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur hat gestern ein Memorandum zur Zusammenarbeit mit den vier deutschen Urban Air Mobility Modellstädten und –regionen Aachen, Ingolstadt, Hamburg und Nordhessen unterzeichnet.

Bundesminister Andreas Scheuer:
Heute starten wir ein neues Innovationsnetzwerk für den Einsatz von Drohnen in Deutschland. Aachen, Ingolstadt, Hamburg und Nordhessen sind Vorreiterregionen für die neue Luftmobilität. In Zukunft arbeiten wir noch enger zusammen, um Drohneninnovationen in die Praxis zu bringen. Das Know-How ‚Made in Germany‘ ist da. Das wollen wir noch stärker nutzen. Dafür bringen wir alle zusammen: Drohnen-Community, Start-Ups, Forschung, Städte und Kommunen. Das Ziel: Deutschland zum Leitmarkt für Drohneninnovationen machen. Dabei nehmen wir auch die Bürgerinnen und Bürger mit und zeigen ihnen, wie Drohnen das Leben vereinfach können.

Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen Sybille Keupen:
Um die Mobilitätsfragen von Grenzstädten zu beantworten, unterstützt die Stadt Aachen seit 2018 gemeinsam mit ihren euregionalen Partnerstädten Maastricht, Hasselt, Heerlen und Lüttich die Entwicklung innovativer Drohnentechnologien. In der Stadt kooperieren wir dabei eng mit ansässigen Forschungs- und Entwicklungstreibenden, um den Wissenschaft- und Wirtschaftsstandort zu stärken. Gleichzeitig wollen wir die Bürger*innen intensiv einbinden; deren Wünsche, aber auch Sorgen kennenlernen und einbeziehen. Der Einsatz der entsprechenden Technologien, die notwendigen Regularien, eine passende Infrastruktur und nicht zuletzt auch die Akzeptanz der Bevölkerung stellen uns vor ganz neue Herausforderungen. Diese möchten wir in Zukunft in noch intensiverer Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium sowie den deutschen Urban Air Mobility-Modellregionen angehen. Wir freuen uns auf diese neue Zusammenarbeit.

Oberbürgermeister der Stadt Ingolstadt Christian Scharpf:
Am Mobilitätsstandort Ingolstadt haben Stadt, Unternehmen und Wissenschaft bereits viele Anstrengungen unternommen, um die Mobilität der Zukunft aktiv zu gestalten. Wir freuen uns, die Urban Air Mobility als innovatives Mobilitätskonzept zusammen mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und unseren Partnerregionen weiter voranzutreiben und zu prägen. Dabei geht es uns nicht nur um die Entwicklung innovativer Zukunftskonzepte, sondern gleichzeitig auch um die Schaffung von Arbeitsplätzen in Forschung, Entwicklung und Produktion.

Senator für Wirtschaft und Innovation Michael Westhagemann:
Hamburg ist bereits seit 2018 Modellregion für Urban Air Mobility und zeigt mit Projekten wie Medifly, dem medizinischen Gütertransport via Drohne, oder UDVeo, dass sich der effizienten Organisation des Drohnenverkehrs widmet, wohin die Reise über dem urbanen Himmel geht. Die Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten erfordert ein hohes Maß an Flexibilität im zukünftigen Denken von Mobilität, Industrie, aber auch die stete Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir zukünftig als Gesellschaft leben möchten und an welcher Stelle Drohneninnovationen wirklich sinnvoll und nachhaltig greifen können. Gesellschaftliche Akzeptanz steht hierbei an erster Stelle. Sich diesen Herausforderungen gemeinsam zu stellen, mit dem Bund und mit den weiteren deutschen Regionen, in denen die Zukunft bereits jetzt fliegt, davon können wir alle nur profitieren.

Geschäftsführer Regionalmanagement Nordhessen Manuel Krieg:
Mit der Unterstützung des BMVI konnten in Nordhessen bereits zukunftsweisende Projekte umgesetzt werden, die das große Potenzial der Drohnenmobilität insbesondere für ländliche Regionen aufzeigen. Die Formalisierung der Zusammenarbeit zwischen den Städten und Regionen und dem BMVI ist ein wichtiger Meilenstein, um die Innovationsförderung weiter zu beschleunigen.

 

Zum Memorandum of Understanding (MoU):

Mit einem Memorandum of Understanding vereinbaren die Urban Air Mobility Modellstädte und -Regionen Aachen, Hamburg, Ingolstadt und Nordhessen noch enger mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zusammenzuarbeiten, um die innovative Drohnentechnologie in die Praxis zu bringen.

Im Rahmen des Innovationsnetzwerks sollen grundlegende Fragen gelöst werden. Das Ziel: Deutschland zum Urban Air Mobility-Leitmarkt zu machen, etwa durch:

  • Infrastruktur Auf- und Umbau: Das Netzwerk will technische und rechtliche Lösungen, etwa für Vertiports oder die Lade- und Kommunikationsinfrastruktur, entwickeln. Diese können Städten und Kommunen als Blaupausen beim Aufbau der Infrastruktur helfen.
  • Luftraumintegration: Das Netzwerk will Reallabore und Testfelder für die Einrichtung von U-Spaces schaffen.
  • Best-Practice-Beispiele: Das Netzwerk will gemeinsame Drohnen- und Flugtaxi-Projekte schaffen, die etwa Kommunen und Rettungsdiensten neue Impulse und Erkenntnisse zu deren Einsatzmöglichkeiten liefern.
  • Das Innovationsnetzwerk wird in eigenen Konferenzen, Workshops und Netzwerk-Veranstaltungen die Drohnen-Community, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zusammenbringen. Das Ziel ist, sich auszutauschen, voneinander zu lernen und die Erkenntnisse dann in der Praxis umzusetzen.
  • Gesellschaftliche Akzeptanz: Die Bürgerinnen und Bürger sollen über die Entwicklungen der Urban Air Mobility noch besser aufgeklärt, informiert und mitgenommen werden, etwa durch Dialogveranstaltungen und Best Practices.

Das vollständige MoU können Sie hier einsehen: www.bmvi.de/mou-drohneninnovationen


UAM-Initiative der Europäischen Kommission

Im Rahmen der UAM-Initiative for Cities & Communities („UIC²“) der EU-Kommission haben sich 43 europäische Städte und Regionen bereit erklärt, die Entwicklung innovativer Luftmobilitätskonzepte voranzutreiben und zu erproben. Aus Deutschland sind Ingolstadt, Aachen, Hamburg und die Region Nordhessen/Bad Hersfeld an der Initiative beteiligt. Im Juni 2018 unterzeichnete das BMVI erste Absichtserklärungen für Urban Air Mobility mit Aachen und Ingolstadt.

Zur Unterstützung der Forschung, Entwicklung und Erprobung innovativer Technologien, Anwendungen und Luftmobilitätskonzepte im Bereich der unbemannten Luftfahrt und Flugtaxis hat das BMVI 2019 einen Ideen- und Förderaufruf gestartet mit einem Volumen von 29 Millionen Euro gestartet. 160 Projektskizzen sind im Rahmen des Ideen- und Förderaufrufs eingegangen – viele davon mit Bezug zu den UAM-Modellregionen und -städten.

Die im März 2021 veröffentlichte Förderrichtlinie „Innovative Luftmobilität“ setzt den Ideen- und Förderaufruf des BMVI von 2019 konsequent fort. Dafür stehen von 2021 bis 2023 rund 11 Millionen Euro zur Verfügung.

Weitere Informationen den Aktivitäten des BMVI im Bereich innovativer Luftmobilität und zu geförderten Vorhaben finden Sie hier: www.bmvi.de/luftmobilitaet

 

 

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur



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