Donnerstag, 11. Februar 2021

Konsortium um TransMIT-Projektbereich für öffentlichen Verkehr und Verkehrsmanagement erhält Zuschlag vom BMVI

Überregionales Verbundprojekt zur automatischen Baustellenerfassung Köln (ABK) wird bis Mitte 2022 aus Bundesmitteln des Modernitätsfonds mFUND gefördert.

 

Gießen, 11. Februar 2021 - Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat mit Wirkung zum 1. Januar 2021 bekanntgegeben, dass das von der TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer mbH eingereichte Verbundprojekt zur automatischen Baustellenerfassung Köln (ABK) im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds („mFUND“) mit insgesamt knapp 200.000 Euro durch das BMVI gefördert wird. Das Projekt wird mit der TransMIT GmbH als Verbundkoordinator vom 1. Januar 2021 bis zum 31. August 2022 über eine Laufzeit von 20 Monaten realisiert. Zu den Projektpartnern gehören neben dem TransMIT-Projektbereich für öffentlichen Verkehr und Verkehrsmanagement die pwp-Systems GmbH aus Bad Camberg, die Stadt Köln sowie die ebenfalls in Köln ansässige RheinEnergie AG.

Vor allem in Stadtgebieten werden zum fortwährenden Unmut der verschiedenen Verkehrsteilnehmer zahlreiche Baumaßnahmen und kurzfristige Entstörungsmaßnahmen durchgeführt, die zu Einschränkungen im öffentlichen Raum führen. Die Zeitpunkte der tatsächlichen Bautätigkeit und der damit verbundenen verkehrlichen Einschränkung sind dabei einer gewissen Unschärfe unterworfen. Unsicherheiten über den Status der Baustellen erfordern häufig Kontrollfahrten oder zusätzliche Kommunikation mit manueller Eingabe in die vorhandenen Systeme. Für eine wirkungsvolle Verkehrsinformation braucht es daher eine automatische Echtzeit-Verifizierung der aktuellen Baumaßnahmen.

Im Rahmen des vom BMVI geförderten Verbundprojektes zur automatischen Baustellenerfassung Köln (ABK) ist die Ausstattung von baustellentypischen Absperrobjekten mit Kommunikations- und Positionierungstechnologie wie LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) und GNSS (Globales Navigationssatellitensystem) vorgesehen. Die automatisch erfassten Sensordaten werden mittels LoRaWAN übertragen und mit Genehmigungsdaten abgeglichen. Die Datenübertragung des Standorts und der Baustellenkennung erfolgt an die GIS- und Monitoringsysteme von RheinEnergie, sowie an die Systeme der Verkehrsleitzentrale der Stadt Köln. Dort werden Verkehrsmeldungen in dem Standard für Mobilitätsdaten DATEX II erzeugt und an den MDM (Mobilitäts Daten Marktplatz) weitergegeben.

Dieses innovative System ermöglicht die Bereitstellung von zeitnahen und verlässlichen Informationen über aktuelle Verkehrseinschränkungen etwa aufgrund von Baumaßnahmen oder Entstörungseinsätzen. Somit kann eine zeitlich exakte Schaltung adäquater Verkehrsstrategien der Stadt Köln zur Verbesserung von Sicherheit und Verkehrsfluss bei gleichzeitiger Minderung von Emissionen gewährleistet werden. Darüber hinaus wird durch die verbesserte Informationsqualität eine Optimierung der internen Prozesse bei der RheinEnergie angestrebt. Schließlich erfolgt über den Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM) ein diskriminierungsfreier Datenzugang für alle Akteure im Verkehr.

„Wir freuen uns sehr, dass unser gemeinsames Verbundprojekt nun auch mit den finanziellen Mitteln des Modernitätsfonds mFUND und der Unterstützung des BMVI in die Wege geleitet und umgesetzt werden kann“, betont Prof. Dr.-Ing. Jörg Pfister, Leiter des TransMIT-Projektbereiches für öffentlichen Verkehr und Verkehrsmanagement. „Jeder kennt die mit Baustellen verbundenen Unannehmlichkeiten und Komplikationen, gerade in dicht besiedelten Stadtgebieten. Mit unserem neuartigen Ansatz, der nicht zuletzt durch den umfassenden Einsatz moderner datenbasierter Anwendungen und Positionierungstechnologien auch den künftigen Erfordernissen einer echten Smart City gerecht wird, lässt sich das Problem wesentlich effizienter lösen. Dies bedeutet weniger Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmer, aber auch weniger Abgase, weniger Lärm und durch die geringere Umweltbelastung eine höhere Lebensqualität der Anwohner.“

 

Über den mFUND des BMVI:

Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um datenbasierte digitale Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD. Weitere Informationen finden Sie unter www.mfund.de.

 




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